Oddset-Pokal: Das Finale erreichten der Hamburger SV und der TSC Wellingsbüttel

Dem Vernehmen nach findet das Finale des Oddset-Pokals am 21. Mai nachmittags im Stadion Hoheluft statt. Der HFV wird dazu sicherlich zeitnah Details verlautbaren. Teilnehmen dürfen der Hamburger SV und der TSC Wellingsbüttel. Beide setzten sich in spannenden Halbfinalbegegnungen am Sonntag gegen den FC Union Tornesch und den SC Victoria durch.

Der Pokaltag in Hamburg begann in Norderstedt beim HSV. Dieser hatte den erst am Tag zuvor gestürzten Tabellenführer der Verbandsliga Hamburg zu Gast. Trainer Kroll konnte nach einer Durststrecke in den letzten Partien wieder auf etliche Urlaubsrückkehrerinnen zurückgreifen, die natürlich trainingsrückstand hatten. Auch standen drei U17-Spielerinnen im Kader, mit Philine Diekhoff und Markella Koskeridou zwei von ihnen in der Startformation. Auf der Bank – oder genauer auf dem Rasen daneben – sah man erstmals auch Winterneuzugang Yuliana Lasso Pena sitzen. Der internationale Wechsel samt Erlangung einer Spielberechtigung für die siebzehnjährige Kolumbianerin konnte seitens des HSV rechtzeitig für die Partie über die Bühne gebracht werden. Die Gäste mussten u. a. auf die verletzte Alla Yanchenko verzichten.


Einen ersten Knaller produzierte HSV-Spielerin Schulz, deren Distanzschuss an den linken Innenpfosten knallte und zurück ins Feld sprang. Hier war der HSV einer frühen Führung nahe gewesen. Es folgten zwei gut Abschlüsse auf der Gegenseite durch Lutz und Thiel, die jedoch bei Torhüterin Naward endeten. Dann war wieder der HSV in der Offensive, kam durch P. Diekhoff zu einem Torschuss und zu einer Hereingabe, die durch den Fünfmeterraum flog, ohne dass sie eine HSV-Spielerin erreicht hatte. Hier hatten die Gäste etwas Glück.

Dann hatte auch Tornesch einen Lattentreffer zu verzeichnen. Wie so oft probierte es Union mit Fernschüssen, auch um offensiv agierende Torhüterinnen zu überwinden. In dieser Situation stand Naward weit vor ihrem Tor und Stutzke wagte den Versuch. In hohem Bogen fiel ihr Schuss auf die Torlatte. Wie schon bei Versuch Nr. 1 stand Lutz auch bei ihrem 2. Torschuss im Mittelkreis, doch hier konnte Naward den Ball sicher fangen.


Nach 38 Minuten wurde Schulz dann im Strafraum relativ unnötig gefoult. Den von Hannah Diekhoff getretenen Foulstrafstoß konnte Torhüterin Schippmann abwehren. Hatte hier der HSV die große Chance zur Führung vergeben, gelang diese den Gästen. Die HSV-Abwehr klärte nicht konsequent und Stutzke kam an den Ball. Energisch setzte sie sich auf der linken Angriffsseite durch und kam, nachdem ihr erster Schuss von geblockt worden war, per Fernschuss zum Torerfolg nach 43 Minuten. Mit diesem 0:1 ging es in die Halbzeitpause.

Den zweiten Durchgang begannen beide Teams personell unverändert. Tornesch hatte die Partie jetzt etwas besser im Griff, doch ab und zu konnte sich der HSV in Szene setzen, freilich ohne zu Torabschlüssen zu kommen. Kroll reagierte und brachte zunächst Schlichting für P. Diekhoff. Im Rahmen der Umstellungen ging Stürmerin Schlichting jedoch in die Linksverteidigung und Anna Seme – die inzwischen mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte – wurde offensiver postiert. Nach 63 Minuten wurde Seme dann erlöst und durch Lasso Pena ersetzt. Für sie war es das erste Spiel für den Hamburger SV und auf deutschen Boden. Die nötigen Anweisungen wurden noch schnell ins spanische übersetzt und dann konnte es losgehen.


Doch während Tornesch durch Lutz, Mohnke und Thiel zumindest ab und zu zu Torschüssen kam, konnte der HSV diesbezüglich weiter nichts verbuchen. Es wurde allerdings enger, denn Burdorf-Sick verpasste einen Freistoß nur ganz knapp. Das Auftreten des HSV änderte sich dann schlagartig im Zuge des letzten Wechsels und der Umstellung auf die Dreierkette. Es waren noch zwölf Minuten zu spielen, als Steen Köppe ersetzte und Tornesch Müller für Stutzke brachte. Schlichting und Burdorf-Sick durften nun in die Offensive.

In der 83. Minute spielte Tornesch den Ball nicht sauber heraus, der Ball ging verloren und Schulz wurde an der Strafraumgrenze gefoult. Der Schiedsrichter sah aber von einer Ahndung dieser Notbremse ab, sondern überließ dem HSV dessen Vorteil. Lasso Pena war zur Stelle und erzielte für den HSV den Ausgleich. Ein Einstand wie er nicht besser sein könnte. Die im Vorwege gefoulte Schulz musste – nicht zum ersten Mal in dieser Partie – behandelt werden, kehrte aber einige Minuten später auf den Platz zurück. Das war auch gut so, hatte der HSV doch alle Wechselmöglichkeiten ausgeschöpft.

Es war dann sogar Schulz selbst, die den HSV zum Sieg schoss. Mit Ball konnte sie sich am Strafraum gleich mehrerer Abwehrspielerinnen erwehren und dann rechts ins Tor einschießen. Der Jubel beim HSV war natürlich groß. Doch noch waren zwei Minuten plus ebenso langer Nachspielzeit angesagt. Union Tornesch konnte jedoch die jetzt nötige Schippe nicht mehr drauflegen und so blieb es beim 2:1-Erfolg des Hamburger SV.
In der Summe hätte ein Unentschieden dem Spielverlauf recht gut entsprochen. Bekanntlich sieht der Pokal die Lösung nicht vor. Angesicht eines Pfostentreffers, eines vergebenen Strafstoßes und dem besseren Finnisch geht ein Sieg des HSV in Ordnung. Tornesch war aber mit einem Lattentreffer und einer Führung bis in die Schlussphase hinein gut dabei und hätte das Spiel berechtigt als Sieger verlassen können. In der Schlussphase fehlte die Konsequenz.

Man wird nun sehen, wie sich der Hamburger SV, der in der Verbandsliga beide Vergleiche gegen den TSC Wellingsbüttel verloren hat, im Finale wird schlagen können. Dass Wellingsbüttel bis zuletzt fighten kann, zeigte das Team in seinem vier Stunden später angepfiffenen Halbfinale gegen den SC Victoria.


Bei Wellingsbüttel war Offensivspezialistin Wiebke ebenso dabei, wie Winterneuzugang Wolfgramm oder Toure. Erneut nicht mitwirken durften Odzakovic und Appel, die ja bereits, anders als Weber, für Bergedorf im Pokal gespielt hatten. Auch Kunrath und Ernst konnten nicht mitwirken. Die Gäste hatten die Winterneuzugänge Rosbander und Bistricianu dabei. Bei Letzterer verhindert die vom Bramfelder SV ausgesprochene Sperre derzeit Einsätze in der Verbandsliga, doch im Pokal durfte sie nun ran, wenn auch anfangs erstmal nur per Anfeuerung von der Ersatzbank aus.

Es entwickelt sich eine rassige Partie. Der SC Victoria besann sich auf seine kämpferischen Qualitäten, die schon diversen Mitbewerbern zu schaffen machten. Eine gute halbe Stunde stemmte man sich engagiert gegen die kontinuierlich angreifenden Gastgeberinnen. Diese erspielten sich trotzdem mehrere teils sehr gute Gelegenheiten. Doch der Ball wollte partout nicht ins Tor. Ob Wiebke, Cannon, Steen oder Bothmann. Alle konnten keinen Torerfolg erzielen. Teils wurde der Ball noch von der Torlinie gekratzt.


Dabei stand Victoria keinesfalls mit einer 10er-Mauer um den eigenen Strafraum gruppiert. Immer wieder probierten die Gäste auch mutig zu eigenen Offensivaktionen zu kommen. Erstmals gelang dieses nach 45 Minuten. Wolf traf zum für viele überraschenden 0:1. Aufgrund vieler vorheriger Unterbrechungen gab es eine üppige Nachspielzeit. Und nach 45+6 Minuten konnte Schmedes einen fälligen Strafstoß zum natürlich hoch verdienten Ausgleich im Tor unterbringen. Wagner hatte zuvor Bothmann zu Fall gebracht. Dann war Pause.

Die Gäste reagierten personell und Bistricianu kam in die Partie. Ein guter Griff, denn sie machte anfangs viel Alarm auf ihrer linken Offensivseite. Das mündete in gleich zwei Toren. Zunächst setzte sie sich links durch und schoss an der ihr entgegenkommenden Weber vorbei zum 1:2 ein. Nachdem Müller das Tor mit ihrem Versuch nur knapp verpasst hatte, schoss Bistricianu dann über Weber hinweg zum 1:3 ein (59.). In dieser Phase waren die Gäste die bessere Mannschaft und Wellingsbüttel hatte die Kontrolle kurzzeitig verloren.

Der TSC reagierte nun auch personell und brachte Kummer sowie Broecker für Cannon und von der Decken. Diese Wechsel gaben den Gastgeberinnen merklich Schwung. Zunächst gelang Wiebke der Anschlusstreffer (66.). Ein nachfolgender Schuss von Leefen ging an den Innenpfosten und blieb dann auf der Torlinie liegen. Schließlich traf Kummer nach 80 Minuten zum umjubelten Ausgleich.

Das alles musste sich Gästetrainer Wolf schon längt von außerhalb der Anlage mit ansehen. Er war seines Platzes verwiesen worden. Den genauen Anlass habe ich nicht mitbekommen. Da aber gerade der SC Victoria mit vielen Entscheidungen des Gespanns nicht einverstanden war, mag es damit in Zusammenhang stehen. Natürlich fehlte Wolf als Motivator an der Seitenlinie.


Die Gastgeberinnen drückten nun auf die Entscheidung und hatten durch Schmedes, Steen oder Bothmann noch die Gelegenheit die Partie vor Ende der 90 Minuten für sich zu entscheiden. Da dieses nicht gelang, kam es zur Verlängerung. Auch hier spielte Wellingsbüttel gut und kam zu mehreren Gelegenheiten. Stete Gefahr ging von den Schüssen der eingewechselten Kummer aus.

Hoch diskutabel war dann nach 99 Minuten der Treffer von Bothmann. Der SC Victoria reklamierte auf eine Abseitsstellung und auch meine Umgebung war erstaunt, dass dieser Treffer Gültigkeit hatte. Ich selbst kann dazu nur sagen, dass mein Standort für eine verlässliche Beurteilung ungeeignet war. Aber Zweifel an der Entscheidung kann ich nachvollziehen. Wie auch immer, der Treffer zum 4:3 zählte.

Wellingsbüttel hätte dieses Ergebnis durchaus noch ausbauen können, doch es gelang kein weiterer Treffer mehr. Der SC Victoria gab nicht auf und sorgte in den letzten Minuten noch mal für Torgefahr im Strafraum des TSC. Kalloch und Müller probierten sich und Wellingsbüttel hätte sich nicht beschweren dürfen, wäre der letzte Torschuss der Partie, von Müller abgegeben, doch noch im Tor gelandet. Doch er strich ganz knapp am linken Torpfosten vorbei. Somit kam es nicht zum Elfmeterschießen, sondern Wellingsbüttel rettete diesen Sieg ins Ziel.

Damit steht nach dem Hamburger SV auch der TSC Wellingsbüttel im Pokalfinale. Dort muss der TSC aber mit seinen zahlreichen Torchancen effektiver umgehen. Heute ging es noch mal gut, das mag sich im Mai anders darstellen. Aber bis dahin gibt es noch viele Möglichkeiten daran zu arbeiten und aufgrund der Ligaergebnisse (jüngst siegte man 4:1 gegen den HSV) wird man dem Pokalendspiel gegen den Hamburger SV beim TSC berechtigt mit Zuversicht entgegensehen.

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